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Wie sich die Corona-Krise auf mein Business auswirkt

Es gibt diesen schönen Spruch “Be careful what you wish for.” Ich habe ja den Wunsch, dass sich die Grenzen zwischen Freizeit und Arbeiten, zwischen Familienzeit und Business-Zeit immer mehr auflösen. Mit den Auswirkungen der Corona-Krise auf mein Business habe ich nun genau das bekommen.

Und plötzlich ist alles anders

Ich weiß, dass das Wegbrechen von Strukturen beängstigend sein kann. Viele Menschen lieben oder brauchen vorhersehbare Tagesabläufe und Routinen. Und ich gebe es zu: Als ich gelesen habe, dass die Kitas hier in MV bis zum 20. April geschlossen werden, habe ich auch erstmal geschluckt. Wir haben einen halben Betreuungsplatz. Damit hatte ich bisher den Luxus, jeden Tag von 9 bis 14 Uhr konzentriert arbeiten zu können. Sohni hatte währenddessen im Kindergarten seinen Spaß.

Aber am ersten kitafreien Tag habe ich gemerkt, wie gut es sich für mich anfühlt, diese Strukturen aufzulösen. Morgens klingelt kein Wecker mehr. Wir lassen den Tag also einfach auf uns zukommen. Ich sitze nicht mehr zu festen Zeiten im Büro mit der Erwartungshaltung, jetzt produktiv zu sein. Die Sonne scheint, also gehen wir raus. Es gibt keine starren To-Do-Listen mehr. Und deshalb passiert plötzlich ganz viel gleichzeitig, ohne dass ich mich gestresst oder überfordert fühle. Schon strange, oder?

Absagen und Investitionen

Ende Februar hatte ich ganz spontan mein erstes Live-Event gebucht: zwei Tage Masterminding in Berlin. Ich hatte mich total auf das Networking und den Input für mein Business gefreut. Ich wollte meinem ersten Launch-Fahrplan entwerfen. Die Selfmade-Summit in Island war mir dieses Jahr noch einen Ticken zu groß, aber Berlin – yeah! Let’s do this! Mit den Neuigkeiten von neuen Infektionen in Berlin ebbte meine Vorfreude dann aber schlagartig ab. Und dann kam die Nachricht: Wie die Selfmade Summit wird auch das Masterminding-Event nicht stattfinden.

Schnelle Entscheidungen zu treffen ist nicht gerade meine Stärke. Aber mit der Event-Absage habe ich nicht lange überlegt und in einen Kurs investiert. Jetzt ist für mich eine gute Zeit, zu lernen und Strategien zu entwickeln.

Wenn die Selfmade-Summit dann im Juni 2021 stattfindet, möchte ich dabeisein. Aber dahin ist noch viel zu tun.

Der erste Mini-Launch

“This is not business as usual” – das höre ich grad immer wieder. Und natürlich trifft das auch auf mich zu. Mein erster Mini-Launch für meinen Pilotworkshop für Landing Pages kommt gerade etwas ins Trudeln. Es ist eine ganz neue Herausforderung, relevant und feinfühlig zu posten und gleichzeitig ein Produkt zu bewerben. It’s a learning curve. Ich merke aber, dass ich gerade viel schneller in die Umsetzung komme als vor dieser Zeit. Perfektionismus hilft ja auch gerade niemandem weiter.

Nach dem Motto “better done than perfect” habe ich spontan ein Landing Page-Freebie geschrieben. Starke Verkaufsseiten sind ja gerade jetzt auch wichtig, um Umsatzeinbrüchen entgegenzuwirken.

Social Zusammenwachsen

Die Solidarität, die ich gerade im Online-Business-Bereich erlebe, ist wunderbar. Sie ist ein Antidot zum social distancing, das vielen uns gerade sehr zu schaffen macht. Online, digital, da wachsen wir gerade richtig zusammen. Es geht nämlich nicht mehr nur um den eigenen Erfolg. Es geht auch um Solidarität und gegenseitige Unterstützung. Beispielsweise in der kostenlosen Summit “Don’t cancel – go digital” für Selbstständige, Freelancer, Künstler*innen und Kulturschaffende. Also für alle, die jetzt schnell von offline auf online umrüsten müssen. Ich finde solche Aktionen großartig und werde deshalb auch selbst eine Session beisteuern.

Neuer Alltag

Anfang der Woche wurde unsere Insel “abgeriegelt”. Touristen müssen also jetzt abreisen. Damit unsere medizinische Infrastrukktur nicht überlastet wird, dürfen nur noch Einheimische auf die Insel fahren. Leider kam die Maßnahme etwas zu spät, denn es gab schon erste Infektionsfälle auf Rügen. Die Entwicklungen sind hier zwar deutlich langsamer als in Goßstädten, aber trotzdem spürbar. Ich stand jetzt schon mehrmals vor gähnend leeren Regalen in der Drogerie und im Supermarkt. Auch das war eine ganz neue Erfahrung: Wie reagieren wir angesichts eines drohenden Mangels? Zumindest ein ungutes Gefühl in der Magengrube habe ich wahrgenommen.

Gestern wurden weitere Eindämmungs-Maßnahmen beschlossen und deshalb sind nun auch alle Spielplätze ein no-go. Wie gut, dass wir hier so viele “Naturspielplätze” in der Nähe haben.

Leere Drogerie-Regale
Gähnende Leere in den Regalen

Freiarbeit

Kinderbetreuung, Hundebespaßung, Arbeiten. Entspannen, Luft holen und zur Ruhe kommen. Gerade findet alles gleichzeitig statt. Wir hatten die letzten 4 Tage richtig tolles Wetter und haben es uns mit Tee, Sandspielzeugen und Snacks am Strand gemütlich gemacht.

Der Blick auf den weiten Horizont beruhigt ja ungemein, und auch die Medien-induzierte Schockstarre lässt sich hier gut in kreative Energie umwandeln.

Für mich ist dieses nicht-lineare Arbeiten ganz neu. Ich mache ganz vieles gleichzeitig, an mehren Fronten und immer mit Ablenkung. Es gibt für mich gerade nicht mehr den einen Fokus oder die fixe To-Do-Liste. Das liegt auch daran, dass ständig neue, fantastische Projekte und Möglichkeiten aufploppen. Manchmal überlege ich, ob ich meinen Online-“Konsum” reduzieren sollte, um mich nicht zu verzetteln. Aber gerade diese neuen Möglichkeiten bringen eine gewisse Struktur ins Arbeiten. Deadlines statt To-Dos, und mit Deadlines kann ich ja wunderbar umgehen.

Arbeiten mit Hund am Strand
Strand-Office mit neuem Co-Worker

Dieser Beitrag ist übrigens der erste von 5 geplanten “Coronazeit-Artikeln”, die ich im Rahmen von Judith aka Sympatexters Challenge “Quarantexte” (geiler Titel, oder?) schreibe. Ich bin ja sowieso Sympatexter-Fangirl und die Challenge kam gerade wie gerufen.

Wie geht es dir und deinem Business gerade?

6 Comments

  1. Lucie

    Hu, am Strand grad zum Entschleunigen gebracht werden, das hat ja mal einen ganz eigenen Charme. Ich bin ein klitzekleines bisschen neidisch 😉

    Reply
    • MariaBonilha

      Ja, wir schätzen das sehr. Es gibt zwar kein zuverlässig schnelles Internet, aber man kann ja nicht alles haben…. 😉

      Reply
  2. Tabea

    Windiges Durchpusten am menschenleeren Strand. Traumhaft. Auf der Insel war selbst mein einigel-Bub am liebsten draussen.

    Mir dient grad unser Balkon und ich bin dankbar, dass moderne Medien inhalts-steuerbar sind 🙂

    Das helfen online beobachte ich wie du voller Begeisterung. ?

    Reply
    • MariaBonilha

      Oh ja, ein Balkon ist wunderbar! Und frische Luft sowieso immer! 🙂

      Reply
  3. Julia

    Sehr schöner Artikel! Ich kenne das, überall diese Möglichkeiten. Und Dauerablenkung ist bei mir im Moment mit vier Kids zuhause echt gegeben. Konzentriert arbeiten geht eigentlich nur, wenn alle schlafen. Und da sollte ich dann eigentlich auch… Tja, wie sagst du: man kann nicht alles haben;-)

    Reply
    • MariaBonilha

      Wow Julia, vier Kids, ich glaube dir sofort, dass das mit der Konzentration da echt schwierig ist. Ich wünsche euch, dass ihr alle genug Schlaf bekommt und in dieser verrückten Zeit entspannt bleiben könnt!

      Reply

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