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Vom Grundrauschen zur Content-Wende

Na, hast du heute wieder nichts bei Facebook gepostet oder keine Instagram-Story gemacht und das schlechte Gewissen regt sich schon? Damit bist du nicht allein. Erstaunlicherweise haben sogar die richtig erfolgreichen Online-Unternehmerinnen immer irgendwie das Gefühl, nicht genug zu posten. Ich finde es ist Zeit, dass sich das ändert. Was wir brauchen, ist nämlich nicht mehr Content, sondern eine Content-Wende.

Erwartungen und Content-Realität

Gestern hatte ich mit meiner Mastermind-Freundin Judith eine spannende Diskussion zum Thema “Content” Wir haben darüber geredet, wie wir in unserem Business eigentlich Content definieren und wozu er da ist.

Wir beide beobachten nämlich schon eine Weile, dass viele (werdende) Online-Unternehmerinnen sich total verausgaben, um den Algorithmen der Social Media-Plattformen gerecht zu werden. Sichtbarkeit und Reichweite – das sind die vermeintlichen heiligen Grale des Online-Business. 

Das Fatale daran ist, wie viel von unserer Individualität bei diesem Wettlauf nach Sichtbarkeit verlorengeht. Ertrinkt dein Instagram-Feed auch in Karussell-Posts, die dich im letzten Bild darauf hinweisen, dass du diesen Beitrag “liken, teilen und dir abspeichern” kannst? Und was bringen die “Link in Bio”-Beiträge auf Facebook, die durch Crossposting entstehen, oft keine Interaktion haben und deren Handlungsaufforderung (sprich der Nutzen des Beitrags für unser Business) kurioserweise überhaupt keinen Sinn ergibt?

Kennst du den Ratschlag, dass von dir immer ein “Grundrauschen” auf allen Plattformen zu hören (oder besser zu sehen) sein sollte?

Das Grundrauschen-Phänomen

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich finde das anstrengend. Und: Mit dieser Art Content schadest du im schlimmsten Fall deinem Business. Du wirst nämlich im wahrsten Sinne des Wortes zum Grundrauschen, statt Leuchtpunkte zu setzen und damit im Gedächtnis zu bleiben.

Ich habe überhaupt keine Lust darauf, Content zu kreieren, um einem Algorithmus zu gefallen. Und ich kann sie nicht mehr sehen, die “Willkommen-im-neuen-Monat” Vorstellungsbeiträge oder die Postings, die mich daran erinnern, dass heute der internationale Tag der Käseliebhaber ist. (Wenn du Extrem-Käsefan bist, passt das vielleicht für dich…aber ich denke du verstehst, was ich meine.)

Mal ehrlich: haben wir sonst nichts zu sagen? Wollen wir mit unserem Business wirklich ein “Grundrauschen” sein?

Ich nicht. Ich habe Lust auf richtig guten Content. Eines meiner Jahresziele ist, mir ein Content-Imperium aufzubauen. Ich möchte Content, der wirksam ist – der beim Lesen oder Hören Spuren hinterlässt und gleichzeitig mein Business voranbringt.

Dabei bin ich keine Content-Expertin, im Gegenteil. Mein Business habe ich nicht damit profitabel gemacht, jeden Tag auf Instagram zu posten oder riesige Followerzahlen zu erreichen. Ich poste sporadisch und habe (immernoch) keinen Redaktionsplan. Ich plane ungern vor. Und das war bis jetzt auch völlig okay. Ich habe trotzdem Kundinnen gewonnen, meinen Gruppenkurs ausverkauft und meine Mastermind an den Start gebracht.

Die Content-Wende

Fakt ist: Content ist wichtig. Content zeigt, wofür du stehst und was du drauf hast, bringt dich mit Menschen in Verbindung, die später mit dir arbeiten werden und zeigt dich von einer menschlichen und unmittelbaren Seite. Und Social Media? Das ist der “Verteiler” für deinen Content; eine Möglichkeit, mehr Menschen auf dich aufmerksam zu machen, auf deine Webseite zu holen und so deinen Content wirksam zu machen.

Wovon wir aber definitiv nicht noch mehr brauchen, ist generischer und kurzlebiger Content. Grundrauschen auf alle Kanälen. Content, der uns langweilt, der unsere Customer Journey in ein Korsett zwängt (wenn ich auf einem Kanal z.B. immer wieder die gleichen Anfängertipps lese, verliere ich irgendwann die Lust, ihm weiter zu folgen).

Unpersönlicher Content und Content, der gar nicht zur Plattform passt, auf der er gepostet wurde, ist Business-Killer-Content, denn letztenendes kaufen Menschen bei uns (und keine Algorithmen). Solcher Content ist Zeitverschwendung und hilft dir nicht dabei, dein Online-Business erfolgreich zu machen. Und was du am wenigsten brauchst sind Schuldgefühle, nicht genug von solchem Content zu liefern.

Wir dürfen überhaupt endlich aufhören, ein schlechtes Gewissen zu haben, dass wir nicht genug posten. Lasst uns lieber besseren Content kreieren statt mehr Content. Mal ehrlich: Wer ist permanent inspiriert, genial, superkreativ? Und welche Messlatte würde es für unsere Kundinnen setzen, wenn wir das wären?

Noch ein Faktencheck: Richtig guten Content erkennst du nicht unbedingt an der Zahl der Herzchen oder der Kommentare. Deshalb ist es auch so traurig, wenn Unternehmerinnen aufhören, guten Content zu posten, weil sie Interaktion und Resonanz auf Social Media vermissen. Mein Tipp: Bleib dran. Finde deine eigene Stimme und geh immer wieder damit raus. Zeig, was dich gerade bewegt und beschäftigt. Du musst nicht immer tolle Tipps geben. Manchmal sind Einblicke sogar viel wertvoller, denn sie zeigen dich so, wie du wirklich bist. Solcher Content lohnt sich für deine Follower und dein Business und wird dir außerdem viel mehr Spaß machen als das frustrierende Algorithmus-Spiel.

Nachhaltig statt kurzlebig

Seien wir ehrlich: Content-Creation erfordert Zeit und Energie. Und es ist schade, wenn wertvoller Content nach 48 Stunden in der Social Media-Vortex verschwindet. Deshalb ist es so wichtig, dass du dir nativen Content schaffst, der außerhalb der Social Media-Kanäle Bestand hat und langfristig auffindbar ist. Blog-Artikel lassen sich zum Beispiel mehrfach teilen. Podcast-Episoden sind ebenfalls “langlebiger” Content, der nicht innerhalb weniger Tage von anderen Postings weggespült wird. Videos kannst du thematisch gruppieren und mehrfach für dein Business einsetzen.

Wenn du die Zeit und Kapazität hast, regelmäßig nativen Content zu produzieren und auf Social Media deine Präsenz auszubauen ist das großartig! Aber wenn du einen Fokus setzen möchtest oder frisch startest, bist du mit langfristig wirksamem Content auf dem richtigen Weg. Du brauchst dann nämlich auch nicht mehr ständig neue Ideen für Social Media-Posts, weil du schon durch das Teilen deines nativen Contents in die Sichtbarkeit kommst. Und dein Content wird viel gehaltvoller und wertiger sein als der obligatorische tägliche Post.

Ich finde es ist Zeit für eine Content-Wende. Weg von der Abhängigkeit von Social Media-Erwartungen, Followerzahlen-Wettlauf und dem generischen Grundrauschen, das durch Post-Vorlagen, Templates und starre Content-Pläne befeuert wird. Hin zu originärem und originellen Content, der etwas bewegt, Spuren im Gedächtnis hinterlässt und Diskussionen lostritt. 

6 Kommentare

  1. Anna Hupe

    Wow, danke Maria für diesen Artikel! Du sprichst mir aus der Seele und es juckt mich wieder, mehr zu bloggen. Ich werde an dich und deine Worte denken, wenn ich das nächste Mal schreibe und nicht klarer für mich überlegen: was ist MEINE Botschaft, meine Werte, wer bin ich. Danke! Liebe Grüße von Anna

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    • MariaBonilha

      Danke für deine Worte, liebe Anna! Ich freue mich, wenn du dich ermutigt fühlst, noch mehr mit deiner Botschaft zu strahlen. 💛

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  2. Stefanie von Brück

    Ohja. Das schlechte Gewissen kenne ich. Aber auch die Einbußen in der Reichweite nach langen Postingpausen. Bei mir gibt es einen Mix aus Redaktionsplan und spontan posten. Einen Mix aus Grafiken mit “Teile,speichere usw” und Beiträge ohne das.
    Ich ertappe mich auch bei “die anderen Accounts wachsen besser” Gedanken und bekomme gleichzeitig Feedback “du holst aus deiner kleinen Liste echt viel raus”. Und das stimmte und lief von Anfang an gut.
    Und ich merke dass ich nicht den halben Tag mit Stories verbringen möchte.
    Was ich auf jeden Fall mehr machen will sind Blogartikel schreiben.
    Haltbarkeit und Qualität statt Quantität.
    Danke für die Erinnerung.

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    • MariaBonilha

      Ja, ich kenne das auch….grad bei Stories hab ich auch noch nicht den ultimativen Weg für mich gefunden. Das bringt mich oft eher aus dem Flow.

      Wie schön, dass du mehr bloggen willst! Ich denke langfristig wertvoller Content macht es uns leichter, auf unsere eigene Weise sichtbar zu werden.

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  3. Julia Junge

    Liebe Maria, vielen Dank für Deine Ideen dazu. Ich fühle mich davon sehr angesprochen. Herzliche Grüße und einen schönen Sonntag, Julia

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    • MariaBonilha

      Danke liebe Julia, das freut mich =)

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Business Mindset Mentorin, Gründerin der Leuchtfeuer-Akademie® und ostseeverliebte Visionärin.

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