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Business-Wachstum: Über längere Wege und Abkürzungen

Gerade versprechen sie wieder so viele: die berühmte „Abkürzung“. Ganz fix zum 6-stelligen Umsatz, in wenigen Monaten und mit kaum Aufwand passives Einkommen erzielen, von Null auf hochpreisig auf Kommando.
Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber meine Business-Story verläuft ganz anders.

 

Vor ziemlich genau einem Jahr bin ich ins Abenteuer Online-Business gestartet: Im Februar 2019 habe ich die ersten vorsichtigen Schritte auf einem für mich ganz neuen Gebiet gewagt. Auch wenn ich mittlerweile ganz selbstverständlich von Wunschkundinnen, Elevator Pitch und Nischenpositionierung spreche, war das für mich damals alles neu.

Ich war selbstständig, und das schon seit 2012, und ich hatte mir mit meinem Business eigentlich auch genau das aufgebaut: eine kleine, feine Nische mit liebgewonnenen Stammkunden, ortsunabhängiges Arbeiten von zu Hause aus (von der Couch über den Esstisch bis zum eigenen Büro war die Entwicklung), Vereinbarkeit mit Kind und Familie und relativ wenige, aber gut bezahlte Arbeitsstunden, die ich mir frei einteilen konnte.

 

Raus aus der Komfort-Zone

Wahrscheinlich würde ich heute noch in meiner kuscheligen Komfort-Zone sitzen, wenn sich damals in mir nicht der Wunsch nach mehr geregt hätte. Denn ganz so frei gestalten konnte ich das dann alles doch nicht – es blieb immer eine gewisse Abhängigkeit von Aufträgen, von Entwicklungen, auf die ich keinen Einfluss hatte. Mein Lieblingsverlag hat zum Beispiel 2019 entschieden, keine Lizenzen mehr einzukaufen – was meiner Karriere als Sachbuchübersetzerin jäh einen Riegel vorschob.

Dann also Online-Business: Das erschien mir vor allem deshalb sinnvoll, weil ich jetzt nicht mehr in einer Großstadt, sondern auf einer Insel lebe. Hier drehen die Uhren sich langsamer und die Chance, mit einem Offline-Business in einer hier noch relativ unbekannten Positionierung (ich hatte mir Achtsamkeitstraining ausgesucht) zeitnah Erfolg zu haben, sind relativ gering.

 

Der perfekte Ort für ein Online-Business

 

Ein Weg voller Kurven

So viel hat sich getan in diesen 12 Monaten. Ich habe ausprobiert, bin vorgeprescht, bin wieder zurückgelaufen und hatte im November einiges an Wegstrecke zurückgelegt, ohne dafür nennenswerte Erfolge im klassischen Sinn verbuchen zu können. Die mühsam aufgepäppelte Facebook-Seite liegt heute im Dornröschenschlaf. War also alles umsonst? Nein.

 

Beurteile einen Tag nicht danach, welche Ernte du am Abend eingefahren hast. Sondern danach, welche Samen du gesät hast.
(Robert Louis Stevenson)

 

Ich habe in dieser Zeit vor allem eins: gelernt. Über mich, über Online-Business, Marketing auf Social Media und über den Lebensentwurf, den ich eigentlich umsetzen wollte.

Mein Warum wurde nach und nach größer und ich habe begonnen, mich zu vernetzen, die richtigen Fragen zu stellen – und hinzuschauen, wo ich selbst Antworten geben konnte. Ich bin gemeinsam mit und an meinem Business gewachsen.

Und plötzlich stand ich dann an einem Punkt, wo ich absolute Klarheit über meine Positionierung hatte. Ich habe herausgefunden, wie ich Dinge, die sowieso zusammengehören, auf eine Weise kombiniere, die genau zu dem passt, was ich bisher lernen, lehren und praktizieren durfte: Ein ganzheitliches Konzept, das Kreativität, Schreiben und mentale Prozesse nicht voneinander getrennt betrachtet, sonders als das, was sie eigentlich sind: ein großes organisches Ganzes. Meine Nische hatte damit eine komplett neue Dimension gewonnen – und ich nicht mehr ständig das Gefühl, das etwas “fehlt”.

Mit meiner Neuausrichtung hatte ich binnen einer (!) Woche den ersten beachtlichen Umsatz einfahren – mein “Umweg” hat sich also definitiv gelohnt.

 

Bestandsaufnahme

Heute stehe ich an einem Punkt, von dem ich letztes Jahr um diese Zeit nur geträumt habe. Aber: In vielen Bereichen steckt mein Business noch in den Kinderschuhen. Da war noch kein großer Launch, der erste Online-Kurs in noch in Planung (bald mehr dazu!), meine Liste ist noch klein.

Wachstum ist nicht immer homogen – ich habe in einigen Business-Bereichen riesige Fortschritte gemacht, während andere sich langsamer entwickeln. Es gab da also sowohl Abkürzungen als auch längere Wege. Aber wer sagt eigentlich, dass alles immer sauber in Schubladen passen muss und dass sich verschiedene Komponenten nicht auch unterschiedlich schnell entwickeln dürfen?

Meine Komfortzone habe ich inzwischen nicht nur verlassen, sondern erheblich ausgedehnt. Ich habe mir kleinschrittige Ziele gesteckt und diese auch erreicht – und nachdem ich mit der neuen Positionierung auch mein Mindset transformiert hatte, haben sich auch neue Türen für die größeren Sprünge geöffnet.

 

Klarheit und Team-Power

In den letzten beiden Monaten habe ich für mein Business viele Entscheidungen getroffen. Ich habe wunderbare Unterstützung bekommen, denn mein Mann Otavio und ich haben beschlossen, unsere Kräfte zu bündeln und das Business gemeinsam aufzubauen. Die Tatsache, dass wir jetzt auch beruflich ein Team sind, gibt mir nicht nur mehr Zeit zum Schreiben und Freiraum im Kopf für neue Ideen und kreative Projekte, sondern sorgt auch dafür, dass bei der technischen Umsetzung alles passt.

Gemeinsam arbeiten wir nun ganz nach unseren eigenen Regeln und ich habe immer die Möglichkeit, in den Austausch zu gehen mit jemandem, der mich, meine Mission und meine Fähigkeiten mindestens genauso gut kennt wie ich selbst. Es war ein großer Schritt und es ist ein fantastisches Gefühl, nicht mehr Einzelkämpferin sondern Teil eines Teams zu sein. Wir ergänzen uns auch dahingehend perfekt, dass wir ganz verschiedene Geniezonen haben. Die Kreative und der Analytiker – genau das hat mein Business gebraucht.

 

Team-Power

 

Hindsight is 20/20

Rückblickend kam bis jetzt alles zur richtigen Zeit. Ich habe ja oft das Problem, dass ich gern schon weiter wäre, als ich es bin. Aber ich habe inzwischen einige Grundregeln verstanden: Aufbau funktioniert sukzessive, und alle, die dir die ultimative Abkürzung versprechen, haben das entweder nicht verstanden oder suchen (auf deine Kosten) noch selbst danach.

Eine Sache habe ich inzwischen fest für mich entschieden: dieser Weg mit dem Online-Business wird auch weiterhin mein eigener Weg bleiben. Vielleicht ist er dadurch weniger geradlinig – aber auch um einiges spannender. Jetzt fühlt sich das alles nämlich so stimmig und gut an, und ich weiß: Dieses organische Ganze, das genau zu mir passt – das musste reifen.

Es ist eben auch nicht immer alles auf Monate im Voraus vorhersehbar: Wegkurven kommen oft eher unerwartet. Und manchmal ist ein Stück zusätzliche Wegstrecke eher eine Bereicherung als ein Umweg. An anderer Stelle kommt dann vielleicht auch ganz unerwartet eine Abkürzung.

Wie ist das bei dir – läufst du lieber ganz geradlinig oder nimmst du unterwegs gern ein paar Kurven mit? Ich freue mich über deinen Kommentar!

2 Comments

  1. Lisa

    Umwege erweitern die Ortskenntnisse. Team Umwege, absolut. Aber wir sind ja hier um Erfahrungsbericht zu machen 😉

    Reply
    • MariaBonilha

      Definitiv! Und manchmal ist die kurvige Küstenstraße schöner als die Autobahn =)

      Reply

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